Chemie Tarifrunde 2016

Hausmann und Löllgen berichten auf Tarifkonferenz

„Unsere Arbeit ist MehrWert“. Unter diesem Motto begrüßte der Bezirksleiter der IG BCE Leverkusen, Frank Werth am 07.06.2016 die Mitglieder der IG BCE zur Tarifkonferenz in der gut gefüllten Wiesdorfer Bürgerhalle. Peter Hausmann, Mitglied des Geschäftsführenden Hauptvorstand und Verhandlungsführer der IG BCE auf Bundesebene und Frank Löllgen, Landesbezirksleiter und Verhandlungsführer der IG BCE in Nordrhein, berichteten über den Stand der Chemie Tarifrunde 2016.

Martin Droigk

Löllgen, Hausmann und Werth (v.l.) Frank Löllgen, Peter Hausmann und Frank Werth (von links)

Peter Hausmann berichtete in seiner Rede von den neun regionalen Tarifverhandlungen mit den Arbeitgebern, die ohne Ergebnis vertagt wurden. In allen Verhandlungen klagten die Arbeitgeber über die, aus ihrer Sicht zu hohen Forderung und begründeten dies unter anderem mit der geringen Inflationsrate, sinkender Produktivität und stagnierenden Umsätzen. Aus seiner Sicht sind die Forderung von 5 % mehr Entgelt, sowie die Erhöhung der Ausbildungsvergütung und die Weiterentwicklung des Tarifvertrages „Zukunft durch Ausbildung und Berufseinstieg“ (ZAuBer) gerechtfertigt und erforderlich. Besonders, wenn in den Bilanzpressekonferenzen der großen Unternehmen der chemischen Industrie Rekordergebnisse präsentiert werden. „Diese Ergebnisse kommen nicht ohne die Beschäftigten und deren tägliches Engagement und gute Arbeit zu Stande. Allein deshalb haben die Kolleginnen und Kollegen ein deutliches Plus in ihren Portemonnaies verdient, dies ist eine Frage der Gerechtigkeit“, wurde Hausmann deutlich. Deshalb laute das Motto der Tarifrunde schließlich „Deine Arbeit ist MehrWert“, ergänzte Hausmann.

Danach berichtete Frank Löllgen von der regionalen  Tarifverhandlung Nordrhein (1. Juni). Er machte deutlich das es wichtig sei an den Forderungen gegenüber den Arbeitgebern festzuhalten, auch wenn diese einheitlich erklärten: „Wir können uns keine großen Sprünge leisten und ein Wohlfühlabschluss ist mit uns nicht zu machen“. Dies sei sehr verwunderlich, da gerade Unternehmen der chemischen Industrie gut aufgestellt sind und Rekordgewinne erzielen, z.B. Henkel, Covestro und Bayer. Auch er sprach sehr deutlich von einer gerechten Verteilung. „Es kann nicht sein, dass die Dividenden und Gewinnmargen steigen, die Mitarbeiter aber nicht belohnt werden“, so Löllgen. Auch er machte deutlich, dass die Arbeit MehrWert sein muss. Hausmann und Löllgen waren sich einig, dass neben der Entgelterhöhung die Weiterentwicklung des Tarifvertrags „ZAuBer“ enorm wichtig ist. Die demografische Entwicklung zeige deutlich, dass eine hohe Anzahl Fachkräfte in den nächsten Jahren die Unternehmen verlassen werden. Dem müsse mit mehr Ausbildung entgegengewirkt werden, damit es nicht am Ende einen Wettstreit in den Unternehmen der chemischen Industrie um die verbliebenen Fachkräfte gibt.

Im Anschluss diskutierte Hausmann mit den anwesenden Mitgliedern. Diese stellten sich geschlossen hinter die Forderungen und stärkten ihrer IG BCE für die anstehenden Verhandlungen auf Bundesebene den Rücken. Symbolisch zeigten sie dies mit ihrer Unterschrift auf der Forderung.

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