Tarifrunde Chemie 2019

Arbeitgerber lassen Beschäftigte im Regen stehen

Die Mitglieder der IG BCE Leverkusen stehen hinter den Forderungen in der Tarifrunde Chemie 2019. Dies machten sie während der politischen Mittagspause vor dem Kasino deutlich. Trotz Regen versammelten sie sich in Sichtweite zu den Vorstandsgebäuden der chemischen Großbetriebe in Leverkusen. Die Arbeitgeber lehnen die Forderungen ab.

René Korsch

Tarifpolitische Mittagspause Chemie 2019 Trotz Regen versammelten sich die Mitglieder der IG BCE vor dem Kasino in Leverkusen.

Im Laufe der regionalen Tarifverhandlungen, die den Auftakt zu den Tarifverhandlungen in der chemischen Industrie bilden, ist die Verweigerungshaltung der Arbeitgeber sichtbar geworden. Die Industrie befände sich in einer Rezession und Handelskonflikte und Brexit-Sorgen belasteten die Märkte. Zudem stehe die gesamte Industrie vor einem tiefgreifenden Strukturwandel, der umfangreiche Investitionen notwendig mache. Daher können die Entgelte nicht steigen. Auch die Forderung der IG BCE nach einem Zukunftskonto für alle Beschäftigten wiesen die Arbeitgeber zurück. Dadurch würde der Fachkräftemangel noch verschärft werden. Die Notwendigkeit zur Weiterbildung zur Bewältigung der Digitalisierung sehen die Arbeitgeber. Um dies umzusetzen, müssten die Arbeitnehmer ihren Eigenbeitrag leisten. Die Forderung nach einer tariflichen Pflegezusatzversicherung verstehen die Arbeitgeber, wiesen jedoch daraufhin, dass eine solche Versicherung Geld kosten würde und in der derzeitigen wirtschaftlichen Situation die Arbeitskosten nicht steigen dürfen.

Die Mitglieder der IG BCE sehen das deutlich anders und folgten daher dem Aufruf des Bezirks Leverkusen. „Wir lassen uns von der Verweigerungshaltung der Arbeitgeber nicht einschüchtern. Wir halten weiter an unseren berechtigten Forderungen fest“, so Bezirksleiter Frank Werth. Die Forderungen seien richtig und zeitgemäß. „Für die Themen Zukunftskonto und Pflegezusatzversicherung haben wir viel Zuspruch aus der Belegschaft erhalten. Die Kolleginnen und Kollegen haben sogar das Thema Zukunftskonto über die Forderung nach Entgelterhöhung gestellt. Das zeigt, dass auf diesem Feld etwas passieren muss“, unterstrich Werth die Forderungen.

Nach Abschluss der regionalen Verhandlungen wird ab dem 21. Oktober auf Bundesebene in Hannover verhandelt.

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