Chemie Tarifrunde 2016

Tarifverhandlungen in Nordrhein vertagt

Die Tarifverhandlungen für den Tarifbereich Nordrhein zwischen der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie und dem Arbeitgeberverband Chemie Rheinland in Düsseldorf sind am heutigen Mittwoch (1. Juni) ohne Ergebnis geblieben.

Jeschke/IG BCE

Chemie-Tarifrunde 2016: Deine Arbeit ist MehrWert
01.06.2016
Artikel bewerten
Danke für die Bewertung
Ihre bereits abgegebene Bewertung wurde aktualisiert.

Der Landesbezirksleiter und gewerkschaftliche Verhandlungsführer Frank Löllgen äußerte sich im Anschluss gegenüber der Presse ablehnend gegenüber dem kollektiven Wehklagen der Arbeitgeber über stagnierende Umsätze und der angeblich sinkenden Produktivität und der, wie er es heute ausdrückte, „verzerrten Darstellung der wirtschaftlichen Realität“.

Die Forderungen der IG BCE wurden klar auf den Tisch gelegt:
Die Gewerkschaft fordert in diesem Jahr Erhöhungen der Entgelte und der Ausbildungsvergütungen von 5 Prozent. Außerdem fordert sie eine Weiterentwicklung des Tarifvertrags „Zukunft durch Ausbildung und Berufseinstieg“. Die Arbeitgeber legten dagegen kein eigenes Angebot auf den Tisch.

Die IG BCE rechtfertigt ihre Forderungen mit der robusten Konjunkturentwicklung und den günstigen Rahmenbedingungen in der chemischen Industrie. Die Arbeitgeber malen die wirtschaftliche Situation grau in grau, aber die Gewinne sind da. Das sieht man an den Dividenden, Bilanz- und Quartalszahlen„ hielt Frank Löllgen den Arbeitgebern vor. „Diese guten Rahmenbedingungen für die Branche sind auch gute Rahmenbedingungen für unsere Beschäftigten“. Arbeitnehmer sind Leistungsträger. Ihre Arbeit ist der Ausgang für den Wohlstand“ ergänzte er „und wir machen dies mit unserer Forderung „Unsere Arbeit ist MehrWert“ deutlich“.

Die Gewerkschaft beobachtet eine zunehmende Tendenz zum Aufbau von Zeitguthaben und zu mehr Überstunden. Über ein Drittel der Betriebe bauen Zeitkonten auf und können Mehrarbeit nicht ausgleichen. Niemand könne den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern vormachen, dass die günstigen Einkaufspreise der Industrie betriebswirtschaftlich zu sinkenden Überschüssen führten. Die  Marktsituation führe branchenweit zu höheren Gewinnen. „Das sehen auch unsere Kolleginnen und Kollegen“, erklärte Löllgen. Bereits während der Verhandlungen hatte er aber auch an die Arbeitgeber appelliert, sich nicht hinter ihren Statistiken zu verschanzen. „Es geht nicht nur um Zahlen, Daten und Fakten“, hatte er gesagt, „sondern auch um Wertvorstellungen und Gerechtigkeit. „Ein guter Tarifabschluss ist eine Frage der Gerechtigkeit, wir wollen eine gerechte Verteilung. “Welche Wertschätzung bringt man eigentlich seinen Beschäftigten und im Gegenzug seinen Aktionären entgegen?

Die Verhandlungen werden nun am 14. Juni 2016 zentral in Hannover fortgesetzt.

Nach oben